Wolfgang Leng

Künstlerporträt: Wolfgang Leng, Meister der Ecken
 
Bei seinem Debut im Ausstellungsgeschehen in der Galerie Tijani, Dortmund präsentierte der Newcomer Wolfgang Leng ein breites Sprektrum seines Schaffens.

Gemalte Gedanken und Träume beschäftigen den Künstler Leng. Spuren möchte er hinterlassen. Seine Aktivitäten beschränken sich nicht nur auf die bildende Kunst, auch der Musik als Ausdrucksmittel versucht sich Leng als Hobbymusiker zu nähern. Alltagsthemen sind sein Ding, damit der Betrachter sich wiederfinden und seine Gedanken schweifen lassen kann.
 
Oktober
 
Charakteristisch für die Malerei Lengs sind gleich mehrere Dinge. Zunächst wären zu nennen: Ecken. Auf seinen geometrisch gestalteten, entfernt an Kandinsky erinnernden Bildern, sind sie ganz deutlich zu sehen. Es tummeln sich Ecken und Kanten, sie wechseln sich spielend mit runden Formen ab; in harmonischen Farben gehalten schweben und wirbeln sie durch den gegebenen Raum des Bildes.
 
März November September
 
Dass sich Leng an Grundfarben verschworen hat, läßt die Werke auf Papier nur ahnen; vielleicht liegt es am verwendeten Material, dass Leng in seinen Kreationen auf Leinwand eher die Grundfarben sprechen läßt.
Ecken finden sich auf diesen Bildern ebenfalls; beispielsweise auf dem abstrakten Blumenstilleben, in welchem Leng Sonnenblumen Ausdruck verleiht. Hier hat Leng die rechte untere Ecke für sein Markenzeichen ausgesucht.
 
Januar Juni
 
Auf weiteren Werken, welche hier genauer besprochen werden sollen, sehen wir die obligatorische Ecke links oben eingefügt; in diese Ecke wurde Bernstein eingearbeitet.

Es entsteht eine Traumfrau, welche der Betrachter in Gedanken zu Ende gestalten kann. In warmen Rot- und Gelbtönen gehalten, kann unsere Fantasie zum Ursprung der Erdentstehung zurück gehen. Wie aus fließendem Lava, flüssigen Gestein, welches auch der Bernstein assoziiert, entsteht eine Gestalt. Immer wieder verwischen die Konturen, während einige Schemen schon verfestigt sind. Vier runde Scheiben stellen die Sonne zu verschiedenen Tageszeiten dar, in abgestuften Rot- Gelbtönen gehalten.

Hier ist sie wieder, die Beschäftigung mit den kleinen Dingen des Alltags, den vermeintlich kleinen Träumen, die charakteristisch ist für Wolfgang Leng, und die so oft das Glück ausmachen.
 
 
Dies gilt für ein ganz anderes Bild Lengs, welches in der unteren linken Ecke eine Alpenidylle mit Fachwerkhaus sehen läßt, als Traumsequenz für ein besseres Leben und Wohnen. Dem gegenüber und gleichfalls übergeordnet steht die Wohnrealität der meisten Menschen in einer Großstadt, in der auch der Künstler Leng zuhause ist: Eine Hochhaussiedlung mit angedeuteten Fenstern und angedeuteten Hintergrund.
Der Betrachter kann seine Gedanken schweifen lassen, was hinter den Fenstern geschieht.

Alles in Allem können wir sagen, dass großes Entwicklungspotential in dem Künstler Wolfgang Leng steckt, welches lohnt, zu verfolgen.
 
 
 
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